(0511) 33 21 12 | Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen Hannover e. V. | Beratung - Unterstützung - Prävention - Information

Wir über uns

Wer wir sind

Wir sind eine Fachberatungsstelle für Frauen und jugendliche Mädchen, die von sexueller Gewalt betroffen sind oder waren sowie für Fachkräfte und Bezugspersonen.

Der Name „Notruf“ suggeriert mitunter eine reine Krisenberatungsstelle – das sind wir auch, jedoch vornehmlich liegt unser Hauptarbeitsschwerpunkt in der langfristigen beraterischen und therapeutischen Begleitung von Betroffenen.

Unsere Beratungsstelle existiert seit mehr als 25 Jahren als eingetragener, mildtätiger Verein. Zu unserem 25-jährigen Jubiläum...

Team

Claudia Chodzinski vom Frauennotruf HannoverClaudia Chodzinski: Diplom-Sozialarbeiterin/ Diplom-Soz.-Päd. (FH), Fachberatung Psychotraumatologie und Pädagogik (zptn), Fachkraft für Sozialpsychiatrische Betreuung, Psychodrama – Soziometriepractitioner (IACC). Tätig in der Beratung, Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit im Arbeitsbereich „Sexuelle Gewalt und Behinderung“ sowie Gruppenarbeit, Fortbildungen, Fallsupervision, Workshops und Seminare. Seit dem 1.10.2014 mit 30 Wochenstunden im Frauennotruf angestellt.

Petra Klecina vom Frauennotruf HannoverPetra Klecina: Sozialpsychologin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Gestalt- und Traumatherapie, zertifizierte sozialpädagogische Prozessbegleiterin; tätig in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und Fundraising, Psychosoziale Prozessbegleitung, Angehörigenberatung sowie Fortbildungen, 39 Stunden, seit 1997 im Notruf tätig.

Gabi Kuhl-Himstedt vom Frauennotruf HannoverGabi Kuhl-Himstedt: Diplom-Pädagogin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Systemische und Traumatherapie; tätig in der Beratungsarbeit, Gruppenarbeit, Vernetzung und Fortbildungen sowie Finanzen, 39 Stunden, seit 2004 im Notruf tätig.

Helena BehrensHelena Behrens: Diplom Sozialpädagogin (FH); Projektkoordination des Projektes „Behindert sexuelle Gewalt! - Prävention und Unterstützung für Frauen und Mädchen mit Beeinträchtigungen“, tätig in den Bereichen Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit im Bereich „sexuelle Gewalt und Beeinträchtigungen“, Fortbildungen und Präventionsprojekte (Gruppenangebote); seit 01.Oktober 2015 mit 32 Wochenstunden im Frauennotruf tätig.

Unterstützt werden wir von unseren Mitgliedsfrauen und unserem Vorstand des Kernvereins und des Fördervereins. Ohne diese langjährige Unterstützung und das Engagement vieler ehrenamtlicher Frauen, die sich im Laufe der Jahre bei uns engagiert haben, wäre unsere Arbeit nicht zu leisten gewesen. Wir freuen uns, wenn neue Frauen sich bei uns engagieren wollen. Rufen Sie an!

Uns zur Seite stehen außerdem unsere Fachfrau für die Buchhaltung, unsere Putzfee und unsere Bürohilfe sowie verschiedene Honorarkräfte für Gruppenangebote und Kinderbetreuung.

Gewährleistung von Anonymität
Sie brauchen Ihren Namen nicht zu nennen und keine Formulare auszufüllen. Wir fragen nicht zuerst nach Ihren persönlichen Verhältnissen.
Denn: die Gewährleistung von Anonymität gibt Sicherheit und ermöglicht oft erst den Kontakt - insbesondere für uns aufsuchende Frauen aus der Region.

Vertraulichkeit
Wir unternehmen nichts gegen Ihren Willen, sondern immer nur in Absprache mit Ihnen. Inhalte von Beratungen werden vertraulich behandelt. Wir verpflichten uns zur Schweigepflicht.

Hilfe zur Selbsthilfe
Das Vermögen, sich selber zu helfen, ist durch sexuelle Gewalterfahrungen oft verloren gegangen. Deshalb ist es so wichtig, Wege zur Selbsthilfe wieder zu finden. Wir präsentieren keine vorgefertigten Konzepte, sondern bieten Möglichkeiten, die verschütteten eigenen Quellen der Selbsthilfe neu zu entdecken und Neues dazu zu lernen.

Parteilichkeit
Das bedeutet, dass wir auf Seiten betroffener Frauen und Mädchen stehen, dass wir eindeutig „Partei“ für Sie ergreifen. Wir werden nicht sagen „Das glaube ich Dir nicht“, „Das hat der doch nicht getan“, „Wieso sind Sie denn mitgegangen“ oder „Warum haben Sie sich nicht gewehrt“.
Wir ermöglichen es Ihnen, über Ihre Erfahrungen, Erlebnisse, Gefühle und Ängste ohne Bewertungen zu sprechen.
Wir benennen eindeutig, wer die Verantwortung für die Gewalt trägt (der oder die TäterInnen), wo Gewalt und Unterdrückung geschieht und wer davon profitiert.

Schnelle und unbürokratische Hilfe
Sie müssen keinen Antrag für eine Beratung stellen. Für eine persönliche Beratung vereinbaren Sie einfach einen Termin mit uns. Wir versuchen immer, möglichst umgehend die Termine zu vergeben. Manchmal haben wir mehr Anfragen, als wir auffangen können. Dann kann es zu kurzfristigen Wartezeiten kommen. Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Kostenlos
Wir erheben für die persönlichen Beratungen keine Gebühren.
Für einzelne Gruppen wird ein – sozial gestaffelter – Unkostenbeitrag erhoben. Dabei gibt es immer die Möglichkeit von Ermäßigungen und Freiplätzen. Bitte fragen Sie nach.

Ganzheitlich
Wir reduzieren Frauen und Mädchen nicht auf die erlittene Gewalt, sondern sehen sie mit ihren Stärken und Fähigkeiten. Krisen und psychische Schwierigkeiten verstehen wir als Überlebens- und Bewältigungsstrategien, die wichtige Ressourcen darstellen und denen wir Achtung und Respekt entgegenbringen. Wir betrachten ferner die gesellschaftlichen Realitäten und die konkrete Lebenssituation von Frauen und Mädchen als ein Ganzes und orientieren uns daran. Ganzheitlichkeit bedeutet für uns darüber hinaus, die Frau, das Mädchen als ganze Person – also nicht getrennt in Körper und Psyche – wahrzunehmen.

Autonomie
Wir sind ein unabhängiger, eigenständiger Verein und gehören keiner Partei oder Religionsgemeinschaft an.

Frauenbewegung/Feminismus
Feministische Gesellschaftsanalysen bilden den Hintergrund unseres Selbstverständnisses. Die Wurzel der autonomen Frauen- und Mädchenprojekte ist die Frauenbewegung mit ihren politischen und gesellschaftskritischen Analysen. Die gesellschaftliche, rechtliche, soziale, ökonomische und politische Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zum Nachteil von Frauen bildet nach wie vor den Nährboden für Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
Die autonome Frauenbewegung hat entscheidend die Enttabuisierung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen bewirkt und vorangetrieben.

Grafik: Themen der NotrufarbeitDies sind Gewaltformen, die in der Notrufarbeit auftauchen:

  • Vergewaltigung
    • durch Fremdtäter
    • durch Bekannte
  • Sexueller Missbrauch in der Kindheit
  • Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung
  • Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz
  • Belästigung/Bedrohung im Alltag
  • Missbrauch in der Therapie
  • Pornografie/Gewaltvideos im Internet
  • Stalking
  • Exhibitionismus
  • Ritueller/satanischer Missbrauch in Sekten/Kulten
  • Übergriffe in kirchlichen Einrichtungen
  • Vergewaltigung im Krieg
  • Zwangsprostitution/Frauenhandel
  • Körperliche Gewalt/Misshandlung
  • Belästigung am Telefon
  • Sexualisierte und erniedrigende Atmosphäre in der Familie

In 25 Jahren viel erreicht und noch viel vor…25-jähriges Jubiläum Frauennotruf Hannover

Bild Titelseite Jubiläumsbroschüre  25 Jahre Frauennotruf HannoverEin Grund zum Feiern? Die Gewalt ist doch nicht weniger geworden! Es sind 25 Jahre Arbeit für und mit von Gewalt betroffenen Frauen und jugendlichen Mädchen und gegen die Gewalt. Viele Gründe also, um zu feiern – das fanden auch die über 150 Frauen und Männer, die mit uns in der Stadtbibliothek Hannover unser Jubiläum und die Ausstellungseröffnung „Trauma und Ermutigung“ feierten.

Rund 5000 betroffene Frauen und jugendliche Mädchen konnten wir in diesen 25 Jahren mit psychologischer Beratung und Begleitung unterstützen. Viele Fachkräfte, Bezugspersonen, Angehörige, Schulklassen etc. wurden darüber hinaus informiert und geschult.
Der Bereich von Traumaberatung ist in diesem Vierteljahrhundert immer wichtiger geworden. Die Hälfte der uns aufsuchenden Frauen hat sexuelle Gewalt in der Kindheit erlebt. Oftmals können Frauen sich erst im Erwachsenalter diesen traumatischen Erfahrungen stellen. Langfristige Beratungsangebote sind hier nötig.

Viele Projekte konnten wir in diesen Jahren anstoßen und ins Leben rufen (Kampagne zu K.O.-Tropfen, Initiierung eines Traumanetzwerkes, Gründung des Arbeitskreis Gewalt und Behinderung, Netzwerk zu psychosozialer Prozessbegleitung in Strafverfahren etc.).

Wir haben viele erfreuliche, aufbauende Entwicklungen, aber auch Rückschläge erlebt. Dabei haben wir nie die Zuversicht in die Überlebenskräfte der von Gewalt betroffenen Frauen oder in unsere Fähigkeit, diese Arbeit aufrecht zu erhalten und immer wieder neue Projekte in Leben zu rufen, verloren. Einige Herausforderungen liegen noch vor uns: wie kann sexueller Gewalt im Alter wirksam begegnet werden, ist sexuelle Gewalt in der Pflege ein Thema oder auch wie wollen wir uns in den sozialen Netzwerken präsentieren? Uns immer wieder neu aufzustellen und neue Aufgaben anzunehmen – damit haben wir Erfahrung.

Die Ausstellung „Trauma und Ermutigung“ entstand zu unserem Jubiläum in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Hannover Fakultät III (Design und Medien). Engagierte Studierende haben das Thema sensibel und anschaulich umgesetzt.

Vorschaubild JubiläumsbroschüreJubiläumsbroschüre

Lesen Sie hier unsere Jubiläumsbroschüre "Viel erreicht und noch viel vor" zu 25 Jahren Frauennotruf Hannover als PDF-Dokument.