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Aktuelles

Neues Angebot: Beratung in Gebärdensprache

Beratung in Gebärdensprache

Ab sofort gibt es beim Frauennotruf Hannover e.V. das Beratungsangebot in Gebärdensprache für Frauen und jugendliche Mädchen.
Frauen und Mädchen, die schwerhörig oder gehörlos sind, sind häufig von sexueller Gewalt betroffen - häufiger als Frauen und Mädchen, die nicht beeinträchtigt sind. Ungefähr jede zweite hörgeschädigte Frau macht in ihrem Leben Erfahrungen mit sexueller Gewalt.

Aufgrund der eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit und der entsprechenden besonderen Bedarfe für eine gelingende Kommunikation ist es für diese Mädchen und Frauen schwierig, passende Beratungsangebote zu finden. Wenige Beraterinnen sind darin geschult, sich auf die besonderen Anforderungen für Hörgeschädigte einstellen zu können, oder gar Gebärdensprache anzuwenden.
Hier soll es nun eine Möglichkeit geben, in geschütztem Rahmen mit einer Beraterin in Kontakt zu kommen, die Gebärdensprache beherrscht sowie sich auf die speziellen Bedarfe schwerhöriger Frauen und Mädchen einstellen kann.

Die Beratung wird von Anja Jung durchgeführt. Sie arbeitet seit Jahren für und mit Menschen mit Hörbeeinträchtigungen, beherrscht Gebärden und ist vertraut mit den speziellen pädagogischen und kommunikativen Anforderungen, um für die betroffenen Mädchen und Frauen eine niedrigschwellige Beratungsmöglichkeit realisieren zu können.

Die Beratung findet jeden letzten Mittwoch im Monat von 16.30 - 18.00 Uhr statt.

Kontakt über Whatsapp oder SMS - 0176 - 43210072

Dieses Angebot wird durch die Stadt Hannover - Beauftragte für Menschen mit Behinderung gefördert.

(Mai 2017)

laufstarkAm 10.9.2016 wurde Katja Hornfeck bei uns in Hannover begrüßt. Einige LäuferInnen und RadlerInnen sammelten sich am 1. Treffpunkt in Empelde, um dann zum 2. Treffpunkt am Maschsee mit weiteren ambitionierten Menschen gemeinsam zum Nordufer zu gehen, zu laufen und zu walken.

Dort haben wir Katja an einem gut platzierten Stand bei wundervollem Wetter herzlich willkommen geheißen, uns ausgetauscht, gelacht und am Ende viele Luftballons mit guten Wünschen in den Himmel aufsteigen lassen.

Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass ihr alle da wart und mit uns Katja´s großartige Aktion unterstützt habt!

Danke!

Laufstark fürs Leben Hannover 2016

Laufstark fürs Leben Hannover 2016

Laufstark fürs Leben Hannover 2016

(September 2016)

Neues Kooperationsprojekt: Schutz- und Ruheraum für Frauen mit Traumafolgestörungen Nach engagierter und intensiver Vorarbeit durch das Traumanetzwerk Hannover, in dem sich Vertreter*innen von Kliniken, Beratungsstellen und niedergelassene Therapeut*innen engagieren,  freut es uns, dass mit Unterstützung des Frauenwohnheims Hannover e.V. ein Projekt gestartet ist, das eine Lücke in der psychosozialen Landschaft in Hannover schließen kann.  Es ist noch nicht das gewünschte Ziel (wir träumen von einer Krisenwohnung mit Ansprechpersonen für alle Krisenfälle), aber ein guter Anfang. Und wir freuen uns über die Unterstützung, die dieses Projekt bisher erhalten hat.

Der Schutz- und Ruheraum bietet Frauen die Möglichkeit, sich unbürokratisch und niedrigschwellig außerhalb von Psychiatrie und Klinik kurzfristig Distanz und Ruhe in einem geschützten Rahmen zu erlauben.
Eine kurzfristige räumliche Trennung ermöglicht es betroffenen Frauen häufig, einen emotional differenzierten Blick auf die Geschehnisse, die eigenen Gedanken und Gefühle zu werfen. Es kann eine große Erleichterung sein, wenn sie an bestimmten für sie belasteten Tagen („Triggertage“) oder in vergleichbaren Krisensituationen einen neutralen Rückzugsort finden. Diese Möglichkeit fehlte bisher in Hannover.

Dieses Angebot kann allerdings keine stationäre psychiatrische Versorgung in Krisensituationen oder einen notwendigen Aufenthalt in einem Frauenhaus ersetzen.
Es ist nicht für „Selbstmelderinnen“ gedacht. Der Zugang erfolgt ausschließlich durch die zuweisende Unterstützungsperson (Therapeut*in, Ärzt*in, Beratungsstelle). Der Aufenthalt für zwei bis drei Tage ist kostenfrei.

Das Frauenwohnheim benötigt für den Aufenthalt ein paar Eckdaten. Diese finden sich in dem Kontaktbogen. Die zuweisende Unterstützungsperson sollte für einen evtl. Notfall ihre Kontaktdaten hinterlegen. Damit ist kein Bereitschaftsdienst gemeint.
Weitere Informationen zum Ruheraum siehe Flyer.

Fragen für die direkte Belegung können direkt mit dem Frauenwohnheim abgesprochen werden (Telefon: 340 21 0, Frau Jeske)
Für inhaltliche Fragen stehen wir vom Frauennotruf ebenfalls gern zur Verfügung.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der broken hearts Stiftung für die engagierte Unterstützung und bei Elisa Herz von „kopfüber : grafikdesign“ in Hamburg für die Realisierung des Flyers. Ganz besonders bedanken wir uns bei der Leitung und der Geschäftsbesorgung des Frauenwohnheims Hannover e.V. – ohne sie könnte das Projekt gar nicht realisiert werden.

Info-Flyer

Kontaktbogen

Fotos des Schutz- und Ruheraums

(Juli 2016)

Wir haben Geschichte geschrieben!

Heute hat in einer namentlichen Abstimmung der Deutsche Bundestag mit 601 Ja Stimmen die Reform des Sexualstrafrechts beschlossen. Damit wird der langjährigen Forderung von Frauenberatungsstellen, Menschenrechtsorganisationen und engagierten Jurist*innen nach einem deutlichen Signal auch in der Rechtsprechung endlich entsprochen.

Diese Reform stellt einen deutlichen Paradigmenwechsel dar. Nicht mehr eine Nötigung ist Voraussetzung für die Strafbarkeit eines sexuellen Übergriffs, sondern entscheidend ist der Wille der Betroffenen. Damit ändert sich ganz grundlegend die bisherige Auffassung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung im Gesetz.
Bisher waren sexuelle Handlungen an einer Person nicht strafbar, wenn diese nur verbal ihren entgegenstehenden Willen deutlich gemacht hatte. Für eine Strafbarkeit mussten zum Beispiel eine Drohung oder das Anwenden von Gewalt hinzukommen. Künftig kommt es für die Strafbarkeit einer Vergewaltigung nicht mehr darauf an, ob Gewalt angewendet wurde oder die Betroffene sich körperlich gewehrt hat. Entscheidend ist, dass der Täter sich über den erkannten Willen der Betroffenen hinweggesetzt hat.

Kritisch bewerten wir hingegen die erst kurzfristig bekannt gewordene Ergänzung, dass mit der Gesetzesänderung auch Ausweisungen erleichtert werden sollen. Das Ausländerrecht ist nicht der richtige Ort, um sexuelle Gewalt zu sanktionieren. Bei sexueller Gewalt haben wir es mit einem gesamtgesellschaftlichen Problem zu tun, das alle betrifft, unabhängig von ihrer Herkunft. Zu befürchten sind negative Auswirkungen auf die Anzeigebereitschaft von Betroffenen. Sie werden einen Täter ohne deutschen Pass möglicherweise nicht anzeigen, wenn dadurch seine Ausweisung droht. Mit dieser kurzfristigen Ergänzung bekommt diese Reform leider einen bitteren Beigeschmack.

Trotzdem freuen wir uns, dass wir „gemeinsam Geschichte geschrieben“ haben– nicht unwesentlich mit all den Postkarten-Unterstützer*innen, die uns und unseren Bundesverband dabei geholfen haben.
Jetzt ist die Rechtsprechung am Zug. Wir sind auf die tatsächlichen Anwendungen gespannt.

(07.07.2016)

Statement des Frauennotrufs Hannovers im Beitrag "Dunkelfeldstudie: Frauen zeigen sexuelle Gewalt nur selten an" aus der Sendung "Hallo Niedersachsen" vom 25.01.2016: www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Frauen-zeigen-sexuelle-Gewalt-selten-an,hallonds31096.html

Wir unterstützen Sie bei einer Strafanzeige mit einer psychosozialen Prozessbegleitung.

Neue Dunkelfeldstudie zum Anzeigeverhalten bei sexuellen Übergriffen des Landeskriminalamts Niedersachsen

Zum Lesen des Artikels bitte auf das Bild klicken.

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Quelle: Neue Presse vom 26.01.2016

(Januar 2016)

Wir wissen um das Ausmaß von sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen, haben täglich damit zu tun. Doch auch wir sind fassungslos, empört und sprachlos und - wütend.
Wütend auf die Täter, fassungslos über die Dimension, besorgt um die Opfer, die vielleicht aus Angst und Scham schweigen, sprachlos darüber, welche Szenen sich in Köln und anderen Städten abgespielt haben müssen, wütend über das Unvermögen, es zu verhindern und gezielt einzugreifen.

Die Täter müssen ihr Verhalten ändern, nicht die Frauen
Die entsetzlichen Vorfälle müssen aufgeklärt werden, Täter zur Verantwortung gezogen werden. Sexuelle Übergriffe auf Großveranstaltungen, in Discos, im öffentlichen Raum sind nicht neu. Neu ist das gezielte, geplante Vorgehen von Übergriffen, die von so großen Gruppen öffentlich und gemeinschaftlich verübt wurden. Und offenbar ohne jegliche Angst, daran gehindert zu werden. Diese Dreistigkeit erschreckt und alarmiert uns.
So ganz unbekannt ist allerdings nicht, dass in anderen Kulturkreisen oft noch ein ausgeprägtes patriarchales Frauenbild in Männerköpfen herrscht und dass daraus massive Probleme entstehen können. Genau wie in Deutschland, in Österreich, Holland und in allen anderen Ländern dieser Welt. Nicht die Nationalität ist das Problem, sondern das frauenverachtende Denken. Zeigefinger-Mentalität hilft nicht.

Was wird brauchen sind wirksame Strategien zur Prävention und zum Schutz vor sexualisierter Gewalt. Was wir nicht brauchen, sind Empfehlungen, die Frauen die Verantwortung dafür geben, was passiert ist oder passieren könnte.

Genauso klar und konsequent zu behandeln ist:  Frauenverachtende Täter, die gewalttätig gegenüber Frauen und Mädchen handeln und die ihre Würde antasten, müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Dazu müssen allerdings auch die noch bestehenden Schutzlücken im Straftatbestand der sexuellen Nötigung/Vergewaltigung endlich geschlossen werden. Leider ist es immer noch so, dass maßgeblich für die Strafbarkeit eines Übergriffs nicht etwa der erklärte Wille einer Person ist, sondern faktisch die Frage, ob sie sich ausreichend zur Wehr gesetzt hat und der Täter somit Gewalt anwenden musste. Und: Alle haben sich an die bei uns geltenden Gesetze und Werte zu halten.

Es hilft allerdings auch nicht, Informationen zurückzuhalten, um die Öffentlichkeit nicht zu verunsichern und keine Fremdenfeindlichkeit zu schüren. Eindeutige Aufklärung, anwendbare Konzepte und gemeinsames Handeln sollten jetzt das Ziel sein.

Mit unserem Bundesverband bff sagen wir deutlich: Notwendig ist eine breite gesellschaftliche Debatte über den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen und dem Schutz vor sexualisierter Gewalt, denn Gewalt gegen Frauen geht uns alle an. Diese Debatte muss ohne eine Instrumentalisierung und pauschale Vorverurteilung von Migranten und männlichen Flüchtlingen geführt werden.

Wenn Sie Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind, finden Sie hier Unterstützung und Hilfe. Auch wenn Sie Zeugin oder Zeuge geworden sind oder sich jetzt verunsichert fühlen, können Sie sich bei uns melden. Unsere Angebote sind kostenlos, anonym und vertraulich.

Das Team des Frauennotrufs Hannover

(Januar 2016)

Herzlichen Glückwunsch Annette!

Zeitungsartikel vom 06.12.2014 in der Neuen Presse

Für ihr ehrenamtliches Engagement für den Frauennotruf wurde unsere langjährige Vorstandsfrau Annette Loer mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Am 5. Dezember 2014 wurde ihr diese Ehrung in Berlin vom Bundespräsidenten überreicht. Wir freuen uns mit Dir und für Dich. Vielen Dank für Deine jahrelange Unterstützung und Dein unermüdliches Engagement!

Zeitungsartikel vom 05.12.2014 in der HAZ (Link) | www.haz.de

Zeitungsartikel vom 06.12.2014 in der Neuen Presse (PDF-Dokument)

(Dezember 2014)

Kampagne "Gemeinsam aktiv gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und Mädchen mit Behinderungen"Die Kampagne "Gemeinsam aktiv gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und Mädchen mit Behinderungen" will

  • sensibilisieren für das Thema „Gewalterfahrungen von Mädchen und Frauen mit Behinderungen“
  • aufklären über die Existenz und das Ausmaß der Gewalt
  • informieren über Hilfsmöglichkeiten
  • Bewusstsein schaffen für eine Kultur des Hinschauens und des Respektes

In Zusammenarbeit mit dem Referat für Frauen und Gleichstellung der Stadt Hannover starten wir eine Kampagne, die über die besondere Situation von Mädchen und Frauen mit Behinderungen aufklärt. Sie findet vom 24.11. bis zum 01.12.2014 statt.

Mit Citylight-Postern an ausgewählten Standorten im Stadtgebiet und im Fahrgastfernsehen der Stadtbahnen sowie in den U-Bahn-Stationen machen wir gemeinsam auf das Thema aufmerksam.

Das Datum der Kampagne ist nicht willkürlich gewählt, sondern erfolgt im Rahmen des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25.11.

Auf unserer Seite über sexuelle Gewalt und Behinderung erfahren Sie mehr über Mythen über Sexualität von Menschen mit Behinderung und "Das kann ich tun".

Zum Nachlesen: Kurzfassung der Ergebnisse der Studie "Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland". Eine repräsentative Untersuchung im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

(November 2014)